Das Jahr 2025 wird vielen als Aneinanderreihung von Krisen in Erinnerung bleiben, sowohl politisch, wirtschaftlich als auch in Bezug auf unsere Umwelt ging es oftmals stürmisch zu. Nichtsdestotrotz oder gerade deswegen wollten wir diesem Ohmachtsgefühl etwas entgegensetzen.
Voller Tatendrang empfingen wir daher in der Woche vor den Weihnachtsfeiern nicht nur 16 französische Schüler/-innen, sondern auch sechs Schüler aus Finnland. Für diesen Besuch hatten wir uns viel vorgenommen, zudem auch programmtechnisch einiges geboten werden sollte. Denn wir wollten zwei wichtige Aspekte, die Stärkung des Demokratieverständnisses und den Umweltschutz kombinieren.
Da die Finnen bereits einige Tage vor den Franzosen vor Ort waren, konnten sie am Freitag dank einer Kooperation mit dem Paul-Pfinzing-Gymnasium Hersbruck an einer Veranstaltung des Vereins „Weiße Rose Stiftung”, der demokratisches Bewusstsein fördern möchte, teilnehmen. Eine Stadtbesichtigung von München rundete den Tag ab. Nach einem Wochenende in den Familien besuchten wir, nun auch im Beisein der französischen Gäste, Nürnberg, wobei uns hier die Jahreszeit in die Karten spielte: der Christkindlesmarkt und die mittelalterliche Burg begeisterten die Gäste. Ein starker Kontrastpunkt dazu war der Besuch im Memorium, das die glanzlose, düstere Vergangenheit Deutschlands aufarbeitet und erfahrbar macht. Erfreulich war, dass sich Jugendliche aus diesen drei Ländern achtzig Jahre später friedlich und aufgeschlossen an diesem historischen Ort der konfliktreichen, gemeinsamen Geschichte widmeten. Am Dienstag unternahmen wir eine kleine Zeitreise und fanden uns mitten im kalten Krieg wieder, genauer gesagt an einem Ort, in dem die Zeit stillzustehen scheint. In Mödlareuth beschäftigten wir uns mit einem Spezifikum, nämlich der jahrzehntelangen Teilung Deutschlands. Dieses Kapitel der deutschen Geschichte wird im Ausland nicht tiefergehend behandelt, weshalb der Vortrag mit größtem Interesse von unseren Gästen verfolgt wurde. Bei der Erkundung des Geländes, welches von der erbarmungslosen Umsetzung der räumlichen Trennung der zwei deutschen Staaten geprägt ist, gab es einiges zu entdecken.
Den Rest des Tages verbrachten wir in Bayreuth, wo wir uns dem zweiten Programmpunkt, dem Umweltschutz widmeten. Im botanischen Garten erfuhren wir viel über mögliche Umstrukturierungen des Waldes, um dem Klimawandel effektiv zu begegnen. Dieses Thema beschäftigte uns auch noch den nächsten Tag über, den wir in Regensburg im interaktiven Museum Um:welt verbrachten. Dort hatten die Schüler/-innen Gelegenheit, selbst tätig zu werden und ihr erworbenes Wissen einzusetzen. Den letzte Tag verbrachten wir in Amberg am GMG. Nach einer Schulhausführung und den Besuch von Unterrichtsstunden besannen wir uns noch einmal auf die Adventszeit und bastelten Rauschgoldengel, so dass jeder Gast ein schönes Andenken gestalten konnte, welches ihn oder sie an die hoffentlich schöne gemeinsame Zeit erinnern wird.
StDin Madlen Raub